Solidaritätsaufruf
Mayra Asmat und ihre Familie sind in eine sehr schwierige Situation geraten, da ihre viel zu früh geborene Nichte im Krankenhaus behandelt werden muss. Das Frühchen benötigt wegen ihrer nicht ausreichend ausgebildeten Lungen, einem Herzfehler und anderen nicht vollständig entwickelten Organen intensive Behandlung.
Mayra Asmat ist 23 Jahre alt und arbeitet tagsüber für die peruanische non-profit Organisation REMURPE in Lima, um abends studieren zu können. Sie verdient 250 Euro im Monat, doch muss sie davon 180 Euro an Universitätsgebüren und 50 Euro Miete für die Wohnung zahlen, in der sie zusammen mit ihrer Schwester lebt. Ab und zu können sich ihre Eltern einen kleinen Uni-Zuschuss leisten, nichts desto trotz, das Geld ist knapp. So arbeitet sie in der Woche von 7:30 bis 17 Uhr und geht dann anschließend von 19.30 bis 22.00 Uhr zur Uni.
Wie 65% aller Peruaner (Information: Tageszeitung “República”, Artikel vom 21.7.2007), ist die Familie nicht versichert und musste sich verschulden, um die Chance auf das Leben des Neugeborenen (sie heißt Milagros, zu deutsch “Wunder”) zu erhalten. Dies hat bislang zu Schulden von mehr als S/.17.000 (entspricht ca. 4500 Euro) geführt, die die Familie allein nicht tragen kann.
Leider ist das Kind bisher nicht über den Berg und braucht daher auch weiterhin intensive medizinische Betreuung, für die Familie eine extreme finanzielle Belastung – auf unabsehbare Zeit.
Die Situation des nach ca. 6 Monaten geborenen Babys wurde von Mayra selbst wie folgt beschrieben (Text vom 6. März 2009):
„Vor genau einem Monat und drei Tagen wurde das Baby viel zu früh mit 5 Monaten und 3 Woche geboren. Von Anfang an war der Zustand des Mädchens sehr labil, da seine Lungen noch nicht vollständig entwickelt waren.
In dem Krankhaus „Heim der Mutter“, wo sie zur Welt kam, gibt es keine Spezialisten, die das Frühchen entsprechend behandeln hätten können. Deshalb mußten aus anderen Krankenhäusern Limas Experten zur Untersuchung herangezogen werden. Die Kosten für die Behandlung überstiegen bereits die Möglichkeiten ihrer Eltern, außerdem hatte die gesamte Familie das Gefühl, dass das Krankenhaus uns nicht objektiv über den realen Zustand des Kindes informierte. Milagros konnte aus finanziellen Gründen nicht angemessen versorgt werden.
Gestern wurde der Säugling mit dem Krankenwagen in ein Krankenhaus verlegt, wo es von den nötigen Spezialisten betreut werden kann. Dort erfuhren wir, dass sich das Kind in einem sehr kritischen Zustand befindet. Außer dem bestehenden Herzfehler ist auch die Lungenfunktion schwach, so dass das Mädchen nicht eigenständig atmen kann und an eine Beatmungsmaschine angeschlossen sein muss. Die Nieren arbeiten bisher ebenfalls nicht ausreichend, daher staut sich der Urin im Körper zurück.
Die Ärzte versicherten uns, dass sie alles machen werden, was in ihrer Macht steht, um dem Baby zu helfen. Doch im Grunde liegt es an ihr und ihrem Lebenswillen, ob es auf die Behandlung positiv anspricht und überlebt.
Bis zu diesem Moment betragen die Behandlungskosten 17.587,20 Nuevo Soles. Diesen Betrag schulden wir dem Krankenhaus „Heim der Mutter“ und müssen ihn definitiv begleichen, wie wissen wir nicht. Doch im Moment sorgen wir uns hauptsächlich um Milagros und ihre Gesundheit. Daher liegen all unsere Prioritäten in dem, was sie momentan benötigt. Denn auch dieses Hospital verfügt nicht über alle nötigen Ergänzungspräparate, wie zum Beispiel Lipide und wir müssen diese in anderen Krankenhäusern und Apotheken kaufen. Dies hat zur Folge, dass unsere Schulden immer weiter steigen und wir diese an das Krankenhaus „Heim der Mutter“ nicht bezahlen können, denn wir haben nicht die finanziellen Möglichkeiten, um den genannten Betrag zu begleichen.“
Bei weiteren Untersuchungen wurde nun herausgefunden, dass eine Arterie in Milagros Kopf dem Blutdruck nicht ausreichend standhalten kann und Blut „austritt“. Bis zu einem gewissen Grad käme das bei Frühchen oft vor, doch handelt es sich hierbei um eine Blutung des höchsten, des 4. Grades. Diese ist bisher nicht zu stoppen und wird wahrscheinlich die Gehirnentwicklung beeinflussen. Das Ausmaß der Folgen ist bisher noch nicht von den Ärzten abzusehen, zu erwarten sind Behinderungen im Bewegungssystem. Auch der Verarbeitungsprozess der Hör- und Sehsignale könnte beeinträchtigt werden. Bisher zeigt das Kind jedoch eindeutige Reaktionen auf Geräusche und Bilder, welche die prinzipielle Funktionalität der Augen und Ohren beweist.
Leider ist auch die Darmfunktion dermaßen gestört, dass keine Milch vom Körper aufgenommen werden kann und Milagros intravenös ernährt werden muss.
Es sieht insgesamt nicht gut aus, doch besteht immer noch die Hoffnung auf eine weitere Entwicklung der zahlreichen Organe, die bisher nur eingeschränkt oder gar nicht arbeiten.
Zwar hat die Familie inzwischen erreicht, dass das Baby in diesem Notfall zumindest staatlich versichert ist, doch sind damit weder die Schulden gegenüber dem ersten Krankenhaus, noch alle zukünftigen Kosten für Behandlung, Medikamente, geschweigedenn von Spätfolgen abgedeckt.
Der Kampf um ihr Leben hat im vergangenen Monat die gesamte Familie, ihre Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel in höchsten Maßen verschuldet. Um so beeindruckender und achtvoll empfinde ich das Bestreben der Familie alles nur Mögliche zu tun, koste es was es wolle.
Ich möchte Sie bitten uns zu helfen die Familie finanziell zu entlasten. Die Frage nach der Finanzierbarkeit von Überleben ist eine, die wir uns in Deutschland in dieser Intensität nicht stellen müssen und doch existiert sie, nicht nur in Peru und nicht nur in diesem Fall. Jährlich ereignen sich tausendfach Fälle wie dieser allein in Peru.
Jedoch sollte das nicht dazu führen solche Schicksale zu verdrängen und abzuwerten. Natürlich betrifft mich die Situation der Familie Asmat persönlich, ich arbeite täglich mit Mayra zusammen und gebe ihr sonntags Englischunterricht. Nun kann man sich jedoch nicht aussuchen, welches konkrete Problem einem im Leben begegnet und so möchte ich Sie über die Verzweiflung dieser Familie in Kenntnis setzen und hoffe, dass einige von Ihnen helfen können.
Wäre Milagros in eine reiche Familie aus der Oberschicht Limas hineingeboren, hätte mit Sicherheit früher und mit mehr Motivation seitens der Ärzte geholfen werden können. Es war nicht so, Milagros hatte Pech, fatales Pech und doch in ihrer Situation auch so viel Glück mit dieser Familie, die ihre eigene Zukunft aufzugeben bereit war, um Milagros Leben zu schenken.
Es kann sein, dass Milagros überlebt. Doch wenn es denn so sein soll, mit erheblichen Behinderungen. Wir können helfen, dieser Familie einen Teil der finanziellen Last abzunehmen. Eine Last, die im Falle von Milagros Tod enorm ist und welche im Falle ihres Überlebens in einem Land wie Peru noch viel größer ist. Wenn Sie mithelfen möchten, überweisen Sie bitte auf mein oben genanntes Konto. Ich werde das Geld treuhändig an die Familie übergeben.
Falls Sie Fragen haben oder sich über die momentane Situation von Milagros informieren möchten, können Sie mich jederzeit anrufen oder eine Mail schreiben. Ich lebe zwar momentan in Lima bin jedoch jederzeit erreichbar:
Telefon: (6 Cent/min) 01037-0051-992036014 (nur mit Telekomanschluss)
Email: Philipp.Meng@gmx.de .
Vielen herzlichen Dank, Philipp Meng
Ein Artikel von “Amnesty International” über die Gesundheitsversorgung in Peru: http://www.schattenblick.de/infopool/gesell/amnesty/basam033.html
Gesundheitssysteme in Lateinamerika: http://www.lateinamerikanachrichten.de/?/artikel/1242.html